Liebe Erdlinge!
Nach dem Wochenende haben wir auf all unseren Gemüseanbauflächen recht viele Jungpflanzen gesetzt. Aus diesem Grund beginnen wir, wenn auch derzeit noch eher mit vorbeugendem Charakter, die Flächen nach möglichen Schnecken abzusuchen. In diesem Rundbrief gebe ich euch einige praktische Hinweise, was im Allgemeinen und aus den Erfahrungen der letzten Jahre beim Schnecken klauben zu berücksichtigen ist. Bevor ihr in der jeweiligen Woche zum Klauben beginnt, lest euch diese Hinweise bitte nochmals durch!
Derzeit befinden sich die Schnecken noch auf dem Weg zu unserem Gemüse und können gut abgefangen werden. Der Schneckendruck ändert sich jedoch je nach Witterung und Feuchtigkeit von Tag zu Tag bzw. von Woche zu Woche. Ob ihr erfolgreich wart, seht ihr am Gedeihen der Gemüsekulturen! Michael wird euch von Zeit zu Zeit Rückmeldung über die Rundbriefe bzw. bei den Feldtagen geben.
Praktische Hinweise zum Schnecken klauben
Eine einzige Schnecke ist in der Lage, in einer Saison fast ein Kilo Pflanzenmaterial zu fressen. Mit jeder entfernten Schnecke wird auch ein potenzielles Eigelege entfernt. Dies ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass beispielsweise eine Spanische Wegschnecke pro Jahr bei einer ein- bis zweimaligen Eiablage bis zu 400 Nachkommen und die Große-Wegschnecke bei einmaliger Eiablage 150 Nachkommen hervorbringt.
Ab Montag, 23. April (KW17) sind nun für jeweils eine Woche je Gemüseanbaufläche Erdlinge mit der Aufgabe betraut, mögliche Schnecken auf unseren Äckern abzusammeln. Die Übersicht, wer von euch wann, an welchem Standort mit welchem Erdling sich für das Klauben eingetragen hat, findet ihr im ErdInneren unter Aufgabenbereiche > www.erdling.at/aufgabenbereiche. Ihr organisiert euch mit eurem Teampartner bitte selbst und achtet dabei auf Effizienz. Meine Überlegung ist sich z. B. tageweise während der zuständigen Woche abzuwechseln, sich zu besprechen, wo die Schnecken jeweils gefunden wurden etc. und eure Erfahrungen an das nächstfolgende Team weiterzugeben.
Allgemeine Vorgehensweise: Für das Einsammeln der Schnecken verwendet den je Anbaufläche extra dafür bereitgestellten und beschrifteten Kübel. Die darin vorbereitete Flüssigkeit (Kalk mit Wasser) sorgt für einen schnellen Tod der Tiere. Wer die Schnecken nicht umbringen möchte, bringt seinen eigenen Behälter mit und trägt die Tiere dann wirklich weit, weit weg! Handschuhe helfen bei „Iiiii“ und „Wääh“.
Zeitpunkt: Kommt, wann immer ihr bei warmem Wetter frühmorgens oder spätabends (ausgerüstet mit Stirnlampe) Zeit habt. Bei Schönwetter, wie wir es auch die letzten Tage beispielsweise hatten, lassen sich die Schnecken derzeit in den Morgenstunden bis ca. 7.30 Uhr im taunassen Gras aufspüren und danach erst wieder in bzw. nach der Dämmerung ab ca. 20.30 Uhr. Bei regnerischem Wetter findet ihr zu allen Tageszeiten die Schnecken sehr gut.
Hinweise zum Standort Acker Aigen:
Die Schnecken wandern entlang des Zaunes auf unseren Acker ein. Daher ist es wichtig, die kurz gemähten Grasflächen entlang des Zaunes sorgfältig abzugehen. Die Schnecken halten sich vor allem Rund um das ehemalige Kanninchengehege auf, von dort weiter entlang des Zaunes bis zu Michaels ehemaligem Zeltplatz sowie entlang des Zaunes auf der linken Ackerseite neben dem außerhalb befindlichen schmalen Entwässerungsgraben. Im gesamten Wiesenstück oberhalb der beiden Ackerstreifen sind die Schnecken ebenfalls zu finden. Ebenso geht bitte den Wiesenstreifen um die beiden Ackerhälften ab. Der Schneckenkübel steht beim Lagerplatz.
Hinweise zum Standort Obstwiese Oberndorf:
Am besten ist, ihr sucht den breiten Wiesenstreifen zwischen Obstwiese und Acker sowie den Grünstreifen um die bereits bepflanzten Ackerteile ab. Der Schneckenkübel steht vor der Fendtgarage unter dem Dach.
Hinweise zum Standort Acker Maria Bühel:
Die Schnecken wandern vorwiegend vom konventionellen Acker ein. Somit kontrolliert insbesondere den Grünstreifen entlang des Zauns und sucht vor allem auch im Folientunnel. In den letzten Wochen haben dort die Schnecken schon ihr Unwesen getrieben. Die Schnecken verstecken sich auf der Innenseite des Tunnels, dort, wo die Folie in die Erde eingegraben ist und unter den Salat- und Kohlrabipflanzerl. Der Schneckenkübel steht in der kleinen Hütte, wo wir unser Werkzeug aufbewahren.
Geplante Feldtage
Die neuen, geplanten Feldtage findet ihr mit Ausblick auf nun ca. 2 Wochen im Voraus wie gewohnt im Kalender.
> zum Kalender: http://www.erdling.at/kalender
Tagesordnungspunkte nächster ErdRat
Ich sammle noch TOPs für den nächsten ErdRat am Donnerstag, den 03. Mai auf der Insel. Wenn ihr ein Thema habt oder eine Idee einbringen möchtet, freue ich mich, wenn ihr mir dies im Vorfeld bis Freitag, 27. April schreibt. Ich nehme dies dann in unsere offizielle Agenda mit auf, so dass für die Besprechung ausführlich Zeit eingeplant ist.
Rezeptsammlung im ErdInneren
Unser Vorrat an Pastinaken ist nun fast erschöpft. Falls ihr noch die eine oder andere Pastinake bei euch zu Hause gelagert habt und neue Anregungen für schmackhafte Gerichte sucht, möchte ich euch auf unsere Rubrik Rezepte im ErdInneren aufmerksam machen. Dort findet ihr zur Pastinake beispielsweise fünf köstliche Rezepte, die sich lohnen auszuprobieren. Die Rezepte werden in den vier Kategorien Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise und Eingemachtes alphabetisch geordnet gesammelt. Der Schwerpunkt liegt auf Rezepten mit Zutaten von unseren Äckern und Streuobstwiesen. Die Rezepte lassen sich auch sehr einfach über die Funktion Ausdruck auf der rechten Seite unter der Portionsangabe drucken oder abspeichern.
Christina, von der PG Vom Acker auf den Teller, verwaltet nun unsere Sammlung. Wenn ihr mit allen Erdlingen ein Rezept teilen möchtet, schickt dieses ohne Formatierung, getrennt in Zutaten und Zubereitung inkl. der Portionsangabe, nach dem Vorbild der bereits zur Verfügung gestellten Rezepte, an stino@sbg.at. Zusätzlich trifft sich die PG Vom Acker auf den Teller einmal im Monat und kocht gemeinsam mit Zutaten von unseren Äckern oder aus Wildsammlung. Diese Rezepte stehen uns danach ebenfalls in der Sammlung zur Verfügung.
Honig von unserem Imker
Die Bienen tragen auf unserer Obstwiese in Oberndorf derzeit fleißig Honig ein. Die Kirschen sind eine sehr gute Bienenweide, da die Blüten ein reiches Angebot an Nektar und Pollen bieten. In diesen Tagen sind auch die Birnbäume in Blüte gegangen und der eine oder andere Apfelbaum ist schon gefolgt. Des Weiteren zieren nun ebenfalls die gelben Köpfchen des Löwenzahns unsere Obstwiese. Sofern nicht nochmals eine Kälteperiode kommt, wird es in einigen Wochen bereits den ersten Blütenhonig von der Obstwiese geben.
Hubert Webersberger, der einige seiner Bienenstöcke bei uns auf der Obstwiese aufgestellt hat, verkauft noch seine Vorräte vom letztjährigen Waldhonig. Sein Honig ist auch biozertifiziert. Das 0,5 kg Honigglas könnt ihr zu 8 € erwerben. Wer gerne eines oder mehrere Gläser von ihm beziehen möchte, meldet sich bitte bei mir. Bei den nächsten Feldtagen werde ich jeweils einige Gläser seines Waldhonigs dabei haben.
Verein Erdling kurz vorgestellt
Im März ist das neue Buch von Andrea Heistinger Basiswissen Selbstversorgung aus Biogärten. Individuelle und gemeinschaftliche Wege und Möglichkeiten“ im Löwenzahn Verlag erschienen. Die Autorin stellt in diesem Buch Möglichkeiten vor, wie sich Selbstversorgung in unseren Alltag integrieren lässt: zeitgemäß, realistisch und inspirierend. Ob in der Stadt oder auf dem Land, ob mit oder ohne eigenen Garten – Selbstversorgung mit Gemüse, Obst und Kräutern ist, zumindest teilweise, immer möglich. Dadurch gewinnen wir zum einen unvergleichlich frische und köstliche Bio-Lebensmittel und zum anderen Freude, Unabhängigkeit, soziale und ökonomische Beziehungen und mehr Selbstbestimmung.
Auch Erdling ist – wie ich finde – sehr gelungen im Kapitel Gemeinsam Landwirtschaften vorgestellt sowie unsere letztjährig durchgeführte Crowdfounding-Kampagne im gleichnamigen Kapitel als Beispiel für mögliche Finanzierungsvarianten angeführt. Wer gerne einen Blick ins Buch werfen möchte, hat beim nächsten ErdRat oder bei den kommenden Tagen des offenen Ackers Gelegenheit dazu.
Bis bald beim Pflanzen!