Erdling – Verein für kooperative Landwirtschaft entstand im Dezember 2013 aus dem Wunsch, Menschen für die Erzeugung von Obst und Gemüse zu begeistern. Ohne marktwirtschaftliche Zwänge soll Bewusstsein und Verständnis für einen zukunftsfähigen, regionalen, saisonalen und biologisch-dynamischen Landbau mit alternativen Vermarktungsformen geweckt werden.

Ziel und Philosophie

Ziel ist es, Menschen für die Lebensmittelerzeugung und deren Verarbeitung zu begeistern und Interesse für einen zukunftsfähigen, regionalen, saisonalen und ökologisch verträglichen Landbau mit alternativen Vermarktungsformen zu wecken. Zur Umsetzung dieses Vorhabens pachten wir landwirtschaftliche Nutzflächen für den gemeinschaftlichen Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern in und um die Stadt Salzburg. Träger dieser gemeinschaftlichen Landwirtschaft (GeLa) und somit für diese verantwortlich sind die Vereinsmitglieder selbst. Dadurch fördern wir das Ineinandergreifen von Erzeuger und Verbraucher, dessen Grenzen nach und nach verwischen.

Zur schrittweisen Realisierung einer Eigenversorgung mit vielfältigen, qualitativ hochwertigen Lebensmittel für einen Personenkreis von etwa 100 bis 150 Personen verfolgen wir drei Schwerpunkte innerhalb der GeLa:

1. Die Anlage von Streuobst- bzw. Beerenwiesen, die auch im Umland der Stadt Salzburg geplant sind. Dabei werden regionaltypische, standortökologisch angepasste Obstgehölze und Sträucher gepflanzt, die zum Erhalt der Sorten- und Artenvielfalt beitragen. Begleitend werden Bienenbeuten zur Bestäubungssicherheit aufgestellt.

2. Der Anbau diverser Gemüsesorten und Kräuter sowie Saatgutvermehrung und Jungpflanzenaufzucht auf bis zu vier Hektar Ackerland, auch in Folientunnel zur Verlängerung der Erntesaison, dient der wöchentlichen Versorgung der Mitglieder.

3. Zur Erweiterung der Selbstständigkeit, als ein wichtiger Bestandteil von Ernährungssouveränität, wird ein vielseitiges Kursangebot entwickelt. Durch die Vielfalt der beteiligten Menschen wird der Austausch und das voneinander lernen gefördert. Das so eingebrachte und zusammengetragene Erfahrungswissen in der Landwirtschaft wird allen zugänglich gemacht. Anstelle eines einzelnen fachkundigen Experten wachsen daraus Viele. Beispiele für Möglichkeiten des Wissenstransfers liegen unter anderem in den Bereichen Saatgutvermehrung, Sensenmähen, Holz hacken, Kompostierung und Bodenaufbereitung, Obstbaumschnitt und Obstbaumveredelung, Kräuterwanderung, Wildbienennisthausbau, Weidenflechten, Herstellung von Salben, Einkochen von Kräutersirupen und Marmeladen.

All diese Arbeiten werden einerseits durch die Mitarbeit der Vereinsmitglieder, je nach verfügbarer Zeit, in Form von koordinierten Arbeitseinsätzen, und andererseits unter der Anleitung von erfahrenen Gärtnern und Landwirten für eine qualitativ hochwertige Ernte getragen.

Das beschriebene Vorhaben ist sowohl von ökologischer sowie sozialer Nachhaltigkeit. Die Intention besteht darin, den Zugang und Bezug zur Landwirtschaft und zu frischen, gesunden und regionalen Lebensmitteln durch die Möglichkeit der direkten Mitgestaltung und Mitarbeit der Mitglieder zu verbessern und einen neuen Raum für ein soziales Miteinander im Einklang von Artenvielfalt und Naturschutz zu schaffen. Dies knüpft auch an den Grundgedanken der Deklaration des weltweiten Forums für Ernährungssouveränität (Mali, Februar 2007) an, wo es auszugsweise heißt „… [Ernährungssouveränität] ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen.“.

Vereinsdokumente

Hier finden Sie unsere Statuten (PDF) (Stand 2015).

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